Montag, 26. Mai 2008

EM Lettland - Sprint Quali

Der erste Streich...

Nach 2 Eingewöhungstagen in Lettland fand heute vormittag der erste Wettkampf - die Sprint Quali - statt.
Zuerst zum allgemeinen:
Gelände und Ablauf des Wettkampfes lässt sich ganz kurz in Worte fassen: Stadt und Parkgelände, relativ einfach und es ging wirklich irrsinnnig knapp her.
Die Siegerzeiten bei den Damen lagen je nach Heat zwische 10.30 und 11.20 - die Strecken der unterschiedl Heats waren sehr verschieden - und auch von Postenanzahl und Länge etwas unterschiedlich. Für das A-Finale qualifizerten sich 17 Personen pro Heat und wir Österreicher merkten heute wiedermal dass es bei der EM noch um einiges härter hergeht wie bei der WM, da fast nur Läufer/innen aus Top-Nationen starten und pro Disziplin 6 Läufer/innen pro Nationen starten dürfen während es bei der Wm nur 3 sind. Ins A-Finale schaffte es von uns nur Kerschi (Gernot Kerschbaumer). Alle restlichen werden im B-Finale starten.

Nun zu meinem Teil:
Zur Em so allgemein...

Ich persönlich bin zu dieser Em mit einer etwas anderen Einstellung als auch schon gekommen. Wie schon das letzte Mal berichtet konnte ich in den letzten 2 Wochen noch einmal gut trainieren und der Fokus bei dieser Em liegt vor allem am technischen und daran bei wichtigen Wks beim mentalen Problemchen in den Griff zu bekommen. Dies möchte ich vor allem durch eine genauere Zielsetzung als auch schon schaffen, die einmal nicht davon ausgeht was ich gerne irgendwann erreichen würde sondern von dem was ich schon erreicht hab. Und das ist seit ich im Elitebereich bin international eigentlich nicht viel, da ich immer alles wollte und im Endeffekt dann nicht einmal mein Minimalziel erreicht habe.

Ein Dauergedanke, der sehr belastend für mich ist (und war) war in den letzten Jahren auch stets der, was andere wohl über mich und meine Leistungen denken und dadurch habe ich mir selbst auch oft noch größeren Druck gemacht. Dass aber vor allem in einem Land wie Österreich immer Leute was zu meckern haben und immer zuerst das Negative als das Positive gesehen wird sich leider lang nicht ändern. Ich hab mich auch inzwischen mit der Tatsache abgefunden, dass ich vor größeren internat. Ereignissen regelmässig Sachen höre wie "wieso nehmens denn euch überhaupt mit" oder "da werden die österreicher wieder ordentlich abbeissen" aber nachdem es meine Zeit, mein Geld (die EM zum Beispiel müssen wir zum größten Teil selbst finanzieren)und vor allem auch meine Energie ist die ich für diese Sportart verwende, hab ich beschlossen dass ich mir in der Zukunft meine Freude und meinen Mut von solchen Meinungen nicht mehr nehmen lasse (und meistens sinds ja auch selber keine Weltmeister - die Schimpfenden :o)
diese Dinge wollte ich einfach noch los werden...


Zu Heute.
Vor allem im Sprint habe ich bei EM, Weltcup und Noc in den lezten zwei Jahren eigentlich nur Horrorszenarien hinter mir - viel zu schnell begonnen, Fehler und überhaupt keine Lust mehr an der Sache. Deshalb war das Ziel heute: langsam beginnen, mir immer sicher sein wo ich hinwill aber auch Kampfgeist bis zum Ende und ein realistisches Rückstandsziel als Realziel und weniger die Gedanken ständig am A-Finale, da dieses Ziel und auch die Rückstandsprozent zwar ein Wunschziel sind aber ich wusste dass es auch mit einem normalen, nicht schlechten Lauf, schwer zu erreichen ist.
Dies umzusetzen ist mir eigentlich nicht schlecht gelungen. Ein ganz passabler Lauf mit nur zwei kleinen Routenwahlfehlern und einem kleinen Fehler im Postenraum (habe zuerst einen falschen Posten gezwickt und erst dann bemerkt dass ich zu meinem wieder etwas zurück muss - alle Fehler insges. ca. 45sec) führten zu einem Rückstand von 2min 53sec - bei einer Siegerzeit von 10.50 zwar noch genug aber schon viiiiiel besser als auch schon und sicher einen Schritt vorwärts. Dass man bei einer EM mit diesen Nationen trotzdem gleich recht weit (oder fast ganz) hinten bei den Plätzen anzutreffen ist war mir im Vorhinein bewusst - aber man lernt halt nicht von heut auf morgen fliegen.

Insgesamt lagen (wahrscheinl auch wegen des relat. einfachen Geländes und sehr vielen überhaupt fehlerfreien Läufen von vielen Wettkämpfen) die Cuts für das A-Finale viel niedriger als auch schon. Waren es bei der EM vor zwei Jahren bei den Frauen zum Beispiel im Durchscnnitt 17% (je nach Heat sogar bis zu 24%) die man sich erlauben durfte lag heute der Cut zwischen 10% und 13 % Rückstand hinter der Siegerzeit (bei den Herren beide Male im Durchschnitt 7%). Dies merkten auch viele renomierte Läufer/innen die normalerweise sogar um Spitzenplätze mitkämpftn und heute keine Finalplatz ergattern konnten: Seline Stalder, David Schneider, Damien Renard, Anders Holmberg, Graham Gristwood, Audun Weltzien, Jarkko Huovila, Claus Bloch, Valentin Novikov, Olav Lundanes, Baptiste Rollier.

Heute nachmittag folgt das A- und B-Finale in angeblich um einiges schwierigerem Gelände (Sanddünen usw.) und ich bin schon recht gespannt.

Noch was: Matthias erreichte mit einem kleinen Fehler und 16 sec. Rückstand den 6. Platz. Ich werd ihn heut beim Finale mit lauter Stimme im Zieleinlauf unterstützen.

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